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16.02.2026Aergera Giffers - Visp 6:1 (4:0, 1:0, 1:1), Visp - Aergera Giffers 1:6 (0:2, 0:1, 1:3)

Mit breiter Brust und starkem Teamgeist: Aergera im Playoff-Halbfinale

Aergera hat sich mit zwei souveränen 6:1-Siegen gegen Visp für den Playoff-Viertelfinal qualifiziert – dank einer starken Teamleistung und einer kritischen Ansprache von Trainer Kaeser.

Michel Spicher, Freiburger Nachrichten

Beim Playoff-Auftakt gegen Visp hatte Aergera nicht überzeugen können, musste nach einem knappen ersten Sieg im zweiten Akt gar als Verlierer vom Platz. Zwei Wochen später sieht die Welt im Sense-Oberland wieder wesentlich freundlicher aus: Mit zwei ungefährdeten 6:1-Erfolgen hat Giffers am Wochenende den Einzug in das Halbfinale geschafft. «Es ist interessant, wie schnell sich das manchmal ändern kann», sagte Trainer Richard Kaeser mit einem Schmunzeln. «Manchmal genügt es, das eigene Team ein wenig zu provozieren und zu einer Reaktion zu verleiten.» Die Niederlage in Visp habe mehr geschmerzt, als man nach aussen zugegeben habe. «Ich habe eine Vorstellung, wie man mit Niederlagen umgeht, und habe diese im Team angesprochen. Dabei habe ich einige Aussagen gemacht, bei denen die Spielerinnen dachten: ‹Der Kaeser spinnt jetzt komplett.› Aber als sie dann intern darüber diskutiert haben, haben sie realisiert, dass sie umdenken müssen, damit sie die nötigen PS auf den Boden bringen.»

Schaad ein starker Rückhalt

Wie genau Kaeser sein Team aufgerüttelt hat, will er nicht verraten. «So was bleibt in der Kabine.» Aber seine Worte haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Am Samstag lag Giffers zu Hause nach dem ersten Drittel bereits 4:0 in Führung, das Skore hätte gut und gerne doppelt so hoch lauten können. Am Ende stand es 6:1, wobei sich die zweite Linie mit vier Toren mit Nadja Schüpbach, Jana Kolley und Doppeltorschützin Lisa Willener besonders hervorgetan hatte. Für Willener, die in den letzten Partien vor den Playoffs angeschlagen gewesen ist, waren es die Saisontreffer fünf und sechs.

Kaeser hatte sein Team aber nicht nur mit provokanten Aussagen zu einer Reaktion geführt, sondern auch einige kleine Anpassungen bei der Linienzusammenstellung vorgenommen. «Wir haben unser Spiel mit dem Ball etwas verändert, damit wir stressfreier, kontrollierter und dominanter vors gegnerische Tor kamen.» Zudem sei man vor dem Slot präsenter aufgetreten. Am Sonntag erledigte Giffers zuerst aber seine defensiven Aufgaben mit Bravour. Visp startete sehr engagiert und aufsässig, wollte mit einem Sieg ein fünftes Spiel erzwingen. «Joëlle Schaad hat uns in dieser Phase mit einigen tollen Paraden im Spiel gehalten. Überhaupt war sie in beiden Partien ein sehr starker Rückhalt», gab es ein Extralob vom Trainer. Hatte Schaad am Samstag den einzigen Gegentreffer in Unterzahl kassiert, so wurde ihr am Sonntag der Shutout erst in der 56. Spielminute verwehrt.

Breit abgestützte Offensive

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Giffersnerinnen schon vorentscheidend mit 5:0 in Front. Dass sie bis zur 14. Minute warten mussten, ehe ihnen der erste Treffer gelang, vermochte sie nicht zu beunruhigen. «Wir haben gewusst: Je länger wir das 0:0 halten können, desto besser», sagte Richard Kaeser. Dominant mit dem Ball, entschlossen ohne Ball, traf Aergera danach in regelmässigen Abständen, wobei sich dieses Mal die dritte Sturmlinie mit Elisa Biolley, Liv Corpataux und Marine Klopfenstein mit drei Toren besonders hervortun konnte. «Alle Linien haben an diesem Wochenende ihre Tore erzielt», freute sich der Trainer. «Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man so breit abgestützt ist.»

Revanche gegen Basel

Im Playoff-Halbfinal trifft Aergera auf Regio Basel, das sich in seiner Viertelfinalserie gegen Bremgarten 3:1 durchgesetzt hat. Gegen den Qualifikationsvierten haben die Senslerinnen in der Regular Season beim Saisonauftakt auswärts 2:6 verloren, in der Rückrunde haben sie zu Hause 5:4 nach Verlängerung gewonnen. Auch im Cup hat sich Aergera mit 5:3 durchgesetzt. Dennoch sagte Richard Kaeser: «Mit Basel haben wir nach der letztjährigen Playoff-Niederlage noch eine Rechnung offen.»

Bobolis pflegen

Vorerst geht es bei Aergera darum, «die Bobolis zu pflegen», wie es der Trainer ausdrückt. «Ein Misstritt und ein Zusammenprall hier, eine blaue Nase und eine Tomate da – die zwei Siege am Wochenende haben wir mit einigen angeschlagenen Spielerinnen bezahlt.» Am Donnerstag wird Aergera die Vorbereitung auf die Halbfinalserie aufnehmen, die in zwei Wochen beginnt. «Es wird eine enge Serie», ist Kaeser überzeugt. «Aber wir sind bereit, bis an unsere Grenzen zu gehen. Wir wollen den Meisterpokal.»

Telegramme
Aergera Giffers - Visp 6:1 (4:0, 1:0, 1:1)
Samstag. Sporthalle Giffers-Tentlingen, Giffers. - 138 Zuschauer. - SR: Leuenberger/Stucki. Tore: 4. Bertolotti (Houriet) 1:0. 7. Willener (Ja. Kolly) 2:0. 15. Ja. Kolly (Schüpbach) 3:0. 15. Klopfenstein (Biolley) 4:0. 35. Willener (Aeschbacher) 5:0. 42. Heinzmann (Kalbermatter) 5:1. 55. Schüpbach (Ja. Kolly) 6:1. Strafen: je 1-mal 2 Minuten.
Aergera Giffers: Schaad; Kohler, M. Jungo; Aeschbacher, Bertolotti, Houriet; Ulrich, L. Jungo; Schüpbach, Willener, Ja. Kolly; Götz, Ju. Kolly; Biolley, Corpataux, Klopfenstein; Vuagniaux, Aeby; Riedo, Stegmaier.

Visp - Aergera Giffers 1:6 (0:2, 0:1, 1:3)
Sonntag. BFO Visp, Visp. - SR: Wiederkehr/Zünd. Tore: 14. Biolley (Corpataux) 0:1. 17. Houriet (Bertolotti) 0:2. 30. Aeschbacher (Bertolotti) 0:3. 45. Corpataux (Biolley) 0:4. 54. Riedo 0:5. 56. M. Zurbriggen (L. Zurbriggen) 1:5. 58. Klopfenstein (Corpataux) 1:6. Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Visp, keine gegen Aergera.
Aergera Giffers: Schaad; Kohler, M. Jungo; Aeschbacher, Bertolotti, Houriet; Götz, Ju. Kolly; Biolley, Corpataux, Klopfenstein; Ulrich, L. Jungo; Schüpbach, Willener, Ja. Kolly; Vuagniaux; Riedo, Stegmaier.

Playoff-Viertelfinal (Best of 5): Aergera (2.) - Visp (6.) 3:1. Wasa St.Gallen (1.) - Rümlang-Regensdorf (8.) 3:1. Basel Regio (4.) - Bremgarten (7.) 3:1. Nesslau (5.) - Zäziwil (3.) 3:0. Halbfinals: Aergera Giffers - Basel Regio. Wasa St. Gallen - Nesslau.